Fakultät für Physik und Astronomie

Meet your Future: Dr. Tim Höhne ist Technologieberater für Forschungsförderung im Bereich Fusion

14.09.26 | Instagram, Meet Your Future

Dr. Tim Höhne ist Technologieberater für Forschungsförderung im Bereich Fusion beim VDI Technologiezentrum. Er flankiert Forschungsprojekte und verbindet dabei seine Erfahrung aus der wissenschaftlichen Forschung mit einem breiten Blick auf neue technologische Entwicklungen.

Physikstudentin Tianyi Xu spricht mit ihm im Interview über seinen Weg von der Promotion in die Forschungsförderung, die vielseitigen Anforderungen an einen Technologieberater sowie um die Zukunft der Fusionsforschung und die Rolle staatlicher Förderung.

Xu: Sie sind nach Ihrer Promotion zum VDI Technologiezentrum gewechselt. Ist ein Doktortitel für die Tätigkeit als Technologieberater erforderlich?

Dr. Höhne: Nein, ein Doktortitel ist für die Tätigkeit als Technologieberater nicht zwingend erforderlich. Er ist jedoch sicherlich von Vorteil. In unserem Team arbeiten Kolleg*innen mit unterschiedlichen fachlichen Hintergründen – nicht alle davon haben promoviert. Entscheidend ist vor allem die Erfahrung in der wissenschaftlichen Forschung. Ein wesentlicher Bestandteil unserer Arbeit ist die Bewertung und Unterstützung von Forschungsprojekten. Dabei ist es sehr hilfreich, den Forschungsprozess bereits aus eigener Erfahrung zu kennen und die Perspektive der Forschenden nachvollziehen zu können.

Xu: Gibt es Fähigkeiten, die Sie für Ihre heutige Tätigkeit benötigen, die Sie während Ihres Physikstudiums oder Ihrer Promotion nicht in gleicher Weise entwickeln konnten? Und wie haben Sie sich die angeeignet?

Dr. Höhne: Ja, insbesondere die Art und Weise, wie man sich in neue Themen einarbeitet, unterscheidet sich deutlich von meiner Zeit während der Promotion. Während meines Doktors konnte ich mich intensiv mit einem vergleichsweise eng gefassten Themengebiet und dessen technischen Details beschäftigen. In meiner heutigen Tätigkeit ist das anders: Ich muss mich regelmäßig kurzfristig in neue Themen aus einem deutlich breiteren Fachgebiet einarbeiten und zwischen unterschiedlichen Aufgaben und Projekten wechseln. Die Fähigkeit, sich schnell in neue Themen einzuarbeiten und verschiedene Aufgaben parallel zu bearbeiten, entwickelt sich meiner Erfahrung nach vor allem durch praktische Erfahrung. Man lernt am besten, indem man es tatsächlich tut.

Xu: Sie arbeiten als Technologieberater im Bereich Fusion. Wie beurteilen Sie die Zukunft dieses Forschungsfeldes? Und sehen Sie es kritisch, dass staatliche Förderung häufig auf eher kurzfristige Projekte ausgerichtet ist?

Dr. Höhne: Ich würde sagen, dass die Bundesregierung in diesem Bereich durchaus ambitionierte Ziele verfolgt. Gleichzeitig gibt es den Wunsch, konkrete und klar definierte Zeitpläne einzuhalten. Wenn ein langfristiges Ziel erreicht werden soll, kann es jedoch sehr sinnvoll sein, dieses in mehrere klar definierte, kurzfristigere Etappen zu unterteilen. Dabei stellt sich beispielsweise die Frage: Was möchten wir in den nächsten drei, fünf oder zehn Jahren erreichen? Die kurzfristig angelegten Projekte haben häufig eine Laufzeit von etwa drei Jahren. Gleichzeitig gibt es aber auch längerfristige Projekte, die derzeit gefördert werden. Insgesamt bin ich sehr zuversichtlich, was die zukünftige Entwicklung des Forschungsfeldes Fusion betrifft.

Foto ©: Dr. Tim Höhne  

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